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Zwischen Hausbesetzer und Mieter – Hauswächter

Die Studentin Jenny Patel, 28, lebt in einem abgelegenen Häuschen mit zwei Zimmern nur fünf Meilen entfernt von Manchesters Stadtzentrum. Daran ist nichts ungewöhnlich – bis man erfährt, dass sie den ganzen Platz für sich allein hat und unter zweihundert Pfund im Monat bezahlt, inklusive der Nebenrechnungen. Jenny ist eine sogenannte ‘Hauswächterin’ – herangezogen, um auf ein leerstehendes Gebäude zu achten.

Die Idee ist noch relativ neu in Deutschland – Besitzern leerstehender Gebäude wird Sicherheit für ihre Gebäude geboten, indem verantwortliche, flexible – meist junge Berufstätige – Personen in die Gebäude einziehen. Entstanden ist dieses Modell in den Niederlanden und es gibt einige Grundstücke, die durch diese Art Zwischennutzung schon seit fünfzehn Jahren verwaltet werden. Prinzipiell können so verschiedenartige Gebäude wie Büro-, Wohnhäuser, alte Schulgebäude und Kirchen durch dieses Konzept geschützt werden, und auf diese Weise unkonventionelle Arbeits- und Wohnräume entstehen. In Berlin bieten Servatrix und Hauswächter Berlin diesen Dienst an.

Die Firma gibt an, dass dies eine Win-Win-Situation sei: indem jemand die Gebäude sichtbar bewohnt, profitieren die Eigentümer, da die Gebäude sowohl weniger Angriffsfläche für Hausbesetzungen, Vandalismus oder Metalldiebstahl bieten als auch durch regelmäßiges Lüften und Heizen in ihrer Bausubstanz besser erhalten bleiben. Die Gebäudebesitzer bekommen eine nahezu vierundzwanzigstündige Anwesenheit auf ihrem Gelände für einen Bruchteil der Kosten von Wachpersonal. Der Vorteil für die Hauswächter ist, weniger als die Hälfte oder sogar ein Drittel der Marktpreise zu zahlen – besonders attraktiv in Zeiten, in denen Grundstückspreise und Mieten stetig steigen. Als besonders reizvoll kommt für potentielle Bewohner hinzu, dass die Gebäudeeigentümer oft auch noch die Wasser- und Energierechnungen zahlen, so dass die Miete alles ist, was man zahlt.

Aber es bringt auch Nachteile, ein Hauswächter zu sein. Anders als in traditionellen Mietverhältnissen hat der Hauswächter keinerlei Mieterrechte. Da fast alle Grundstücke verkauft werden sollen, lässt man sich als Hauswächter auf eine nur zweiwöchige Kündigungsfrist ein, auch wenn die Firmen versuchen, die Hauswächter nahtlos in einem ihrer anderen Gebäude unterzubringen.

Für Jenny bringt diese Situation allerdings auch Vorteile. Sie sagt: “Sie versuchen, den Ort zu verkaufen und bis dahin bin ich hier. Für mich ist das ideal, weil ich keinen Vertrag unterzeichnen wollte, der mich für sechs Monate oder ein Jahr binden würde. Die Miete ist weniger als ein Drittel oder Viertel dessen, was ich sonst zahlen müsste. Für mich ist das sehr günstig und ich kann es sehr empfehlen. Der Ort hier fühlt sich zwar immer noch ein bisschen nach einem Geisterhaus an, weil hier eine ganze Weile niemand gewohnt hat, aber es ist ein abgefahrener Ort zum Leben.”

 

Mehr Informationen unter

http://www.servatrix.com/

http://hauswachter.com